Wasser: Sparen um jeden Preis - für die Kunden nicht gut!

Fragen an die SWE Stadtwerke Erfurt GmbH / ThüWa Thüringen Wasser GmbH

SWE Stadtwerke Erfurt GmbH
Magdeburger Allee 34, 99086 Erfurt

i. A. Juergen Doninger, Pressesprecher:

“Vorerst zwei Vorbemerkungen:
Die Fragen zum Abwasser fallen nicht in unseren Zuständigkeitsbereich. Wir sind ein Wasserversorgungsunternehmen.
Die ThüWa ThüringenWasser GmbH ist privatrechtlich organisiert und erhebt damit grundsätzlich keine Gebühren.
Unsere Leistungen werden gegen Entgelt abgerechnet.“

1.)
Wie sinnvoll ist Wassersparen für den Bürger?
Wie sinnvoll ist Wassersparen für die Stadtwerke?
Es war ja schon so, dass aufgrund des Wassersparverhaltens der Bürger, diese zwar an den Nutzungsgebühren sparen
konnte, doch damit die Wasserlieferanten nicht genug Einnahmen hatten und somit die Gebühren erhöhen mussten,
wodurch der Bürger ja dann trotz sparsamerem Umgang mit dem Wasser keine Ersparnis hatte.

„Grundsätzlich ist das Wassersparen aus ökologischen Gründen richtig.
Für die Kunden kann es auch ökonomische Vorteile haben. So profitiert die Mehrheit unserer Kunden von der Senkung
des Mengenpreises zum 1. September 2009. Gleichzeitig muss jedoch berücksich-tigt werden, dass ein minimaler Verbrauch
zu Qualitätsproblemen im Trinkwasserhausanschluss und in der Trinkwasserhausinstallation führt.
Deshalb ist "Sparen um jeden Preis" für die Kunden nicht gut.


Für den Wasserversorger ändert das Wassersparen in bestimmten Positionen nichts. Die Fixkosten für den Betrieb der Netze
bleiben unabhängig vom Verbrauch gleich hoch. Sie steigen zum Teil sogar durch die Stagnation in den Leitungen. Mit z.B.
zusätzlichem Spülen der Leitungen (also erhöhtem Aufwand) muss dann dafür gesorgt werden, dass die Trinkwasserqualität
erhalten bleibt.“

2.)
Ist das Wasser-Versorgungssystem und Abwasser-System für die Stadt Erfurt richtig dimensioniert?
Man ging sicher in der jüngeren (DDR-Zeit) und älteren Vergangenheit von anderen Größenordnungen aus.

„Erfurt verfügt seit mehr als 135 Jahren über eine Leitungsgebundene Wasserversorgung. Die Netze und Netzteile folgten zu
allen Zeiten den aktuellen Anforderungen, das heißt jede Zeit hat ihre Versorgungsleitungen so gebaut, wie sie (und nicht ihre
Enkel oder Urenkel) diese brauchten.
Jede Zeit hatte, hat und wird auch zukünftig ihr eigenes Abnahmeverhalten haben.“

3.)
Wie ist die Wasserqualität in Erfurt überhaupt zu bewerten?

„Das Trinkwasser der ThüWa ThüringenWasser GmbH entspricht den strengen Anforderungen der geltenden
Trinkwasserverordnung. Sie enthält im Europaweiten Vergleich die strengsten Regelungen. Die Einhaltung der Wasserqualität
der ThüWa Thüringen Wasser GmbH wird regelmäßig durch Kon-trollen des zuständigen Gesundheitsamtes und durch
Eigenkontrollen überprüft.“

4.)
Welche zukünftige Entwicklung lässt sich voraussagen, bezüglich Verbrauch und technischer Entwicklung des gesamten Systems
in Erfurt?

„Die zukünftige Entwicklung kann sich nur an Prognosen orientieren, denn wir wissen nicht wie viele Menschen z.B. in zwanzig
Jahren in Erfurt leben. Gegenwärtig stagniert die Wasserabnahme weiterhin, ist keine kurzfristige Abnahmeerhöhung angezeigt.
Grundsätzlich werden wir uns in der Wasserversorgung auch zukünftig am aktuellen Stand der Technik und dem vorgegebenen
Regelwerk orientieren.“

5.)
„Quellen“ der Wasserversorgung von Erfurt:
Woher bezieht Erfurt sein Wasser?

„In Erfurt gibt es drei Wasser, wobei es sich bei allen um Trinkwasser handelt.

a) Grundwasser (hart), kommt größtenteils aus dem Steiger und dem Gebiet um Möbisburg,
b) Fernwasser (weich), aus Talsperren des Thüringer Waldes und
c) Mischwasser (mittelweich), welch sich aus a und b zusammensetzt.“


 





Redakteur: Heiko Kipka