Polizeibericht Jena
Die Polizei warnt vor Skimming - dem Ausspähen von Kontendaten
Eine neue Qualität krimineller Energie mit Namen „Skimming“, ist seit wenigen Monaten auch in Thüringen verstärkt zu verzeichnen. Beim „Skimming“ geht es hauptsächlich darum, die Kontodaten sowie die Geheimnummern von Bankkunden zunächst auszuspähen, um dann mit den widerrechtlich erlangten Daten die Konten der ahnungslosen Bürger zu plündern. Die Abhebungen erfolgen aus dem Ausland und werden den Geschädigten oft erst Tage oder Wochen später bekannt.
Wie bereits einige Fälle in Thüringen zeigen, benötigen die Täter zunächst die Kartendaten der Kunden, welche im Magnetstreifen der EC-Karte enthalten sind. Um an diese Daten zu gelangen, werden häufig bereits beim Betreten der Geldinstitute die Daten ausgelesen, indem die Kartenlesegeräte, z.B. am Eingang der Bank oder am Automat ausgebaut und gegen völlig identisch aussehende Geräte ausgetauscht werden. Später werden diese dann wieder zurück gebaut, so dass der Kunde von all dem nichts bemerkt. Um an die ebenso benötigte Geheimnummer der Kunden zu gelangen, wurde in einigen Fällen direkt über dem Geldautomaten an der Decke ein handelsüblicher Rauchmelder installiert. In diesem befand sich eine Kamera oder auch ein Handy, mittels dessen die Eingabe der Geheimzahl unbemerkt gefilmt werden konnte. Somit hatten die Täter alle notwendigen Daten, um Abhebungen von Konten vorzunehmen. In anderen Fällen wurden auch in Werbemittelträgern oder Wanduhren Kameras, oder selbst am Geldausgabeautomat installiert.
Um auch wirklich sicher zu gehen, den richtigen Automaten zu überwachen, schreckten die Täter vor keiner Dreistigkeit zurück. Durch das Anbringen von Zetteln mit der Aufschrift „Defekt“ oder das Beschmutzen der Eingabefelder an den Automaten, wurden die ahnungslosen Kunden direkt an das manipulierte Gerät gelenkt. Auffällig ist ebenso, dass die Täter zumeist am Wochenende zuschlagen und die Geräte manipulieren. Der Grund dafür ist, dass am Samstag und Sonntag die Banken geschlossen haben, somit keine Bankangestellten da sind und die Kunden auf die Automaten in den Vorräumen angewiesen sind.
Um den Tätern erst gar nicht die Möglichkeit zu geben, an die geheimen Daten zu gelangen, rät die Polizei dazu, bei Eingabe der PIN die Tastatur entweder mit der Hand oder dem Oberkörper abzudecken. Weiterhin sollte auch nur bei dem geringsten Verdacht einer Manipulation, entweder am Geldautomaten selbst oder bereits am Kartenlesegerät am Eingang, die jeweilige Bank sowie unverzüglich die Polizei informiert werden. Insbesondere äußerliche Beschädigungen an den Automaten oder Kartelesegeräten können ein Hinweis darauf sein, dass nachträglich an den Geräten manipuliert wurde. Hilfreich ist auch, den Eingang mit einer Karte zu öffnen und den Automaten mit einer anderen Karte zu nutzen, sofern die Möglichkeit besteht.
Um Unstimmigkeiten letztlich rasch feststellen zu können, rät die Polizei, Kontoauszüge regelmäßig in kurzen Abständen einzusehen und mit den selbst getätigten Vorgängen an Automaten zu vergleichen.